Sarah Beham, 18. Jahrgang

Sich selbst und andere kennenlernen

Seminar Mitarbeiterführung: Was macht einen guten Manager aus?

Ich muss nicht lange überlegen – ich erinnere mich an Prof. Dr. Andreas Georgi, als er während der zweiten Präsenzphase in der EliteAkademie lebhaft über seine Erfahrungen als Mitglied von diversen Vorständen spricht. Wie er dabei auf und ab ging, sich groß machte, mit lauter Stimme und  klaren Augen uns Studierende faszinierte.

Ich melde mich: Der erste Eindruck zählt, es gibt einen Unterschied zwischen Leadership und Management. Meine Professorin an der Universität in Eichstätt nickt zustimmend.

Es ist nur eines von vielen Beispielen, die verdeutlichen, dass mir die Ausbildung bei der EliteAkademie auch bei meinem Studium hilft. Die Einflüsse der anderen Studierenden bei der EliteAkademie prägen mich, das merke ich bei Diskussionen. Ich denke in verschiedene Richtungen, nehme andere Perspektiven ein. Nach Diskussionen an der Uni fragen mich meine Kommilitonen hier: „Willst du nicht in die Politik gehen?“ Dann muss ich schmunzeln. Ich will diskutieren. Ich will verschiedene Meinungen hören und mir selbst ein eigenes Bild schaffen. Dafür eintreten. Das lernen wir an der EliteAkademie. Dort versetzen wir uns bei Diskussionen über Europa, Digitalisierung (Prof. Dr. Manfred Broy)  oder Unternehmensbesteuerung (Prof. Dr. Wolfram Scheffler) in verschiedene Rollen – dabei half uns auch der Theaterworkshop bei Philipp Jescheck, der unsere Kreativität förderte.

Neben diesem Workshop gab es so viele andere spannende Seminare, Ausflüge und Erfahrungen, die mich stolz machen, dabei sein zu können, ein Teil dieser Gruppe und dieses Netzwerks sein zu dürfen. Was mich in dieser Phase am meisten geprägt und beeindruckt hat, waren die Tage der Team- und Selbstreflexion. Es ging dabei nicht um Unternehmen, um Steuern oder Strategien – es ging um uns, um den Menschen selbst. Um unsere eigene Geschichte, die uns zu dem gemacht hat, wer wir heute sind. Mit einer einfühlsamen Psychologin an unserer Seite, Friederike Bornträger, verbrachten wir fünf emotionale Tage miteinander, die uns als Gruppe nochmal stärkten und uns auch selbst bestärkten. Uns wurden unsere eigenen Stärken bewusst, aber auch Dinge, die wir verbessern oder an denen wir arbeiten könnten. Wir lernten uns selbst und die anderen besser kennen und sind wirklich zu Freunden geworden.

Wir sind in dieser Phase zu Freunden geworden, weil wir gemeinsame Erinnerungen teilen. Denn „one day baby, we´ll be old, and think of all the stories that we could have told”. Wir müssen unsren Kindern dann nicht im Konjunktiv erzählen, was wir hätten fast gemacht und über was wir hätten fast gelacht. Wir können dann sagen, wir haben´s gemacht:

Wir waren gemeinsam in Brüssel, haben die europäische Kommission, das Parlament oder die Bayerische Vertretung besucht. Wir durften an einer Podiumsdiskussion teilnehmen und über den digitalen Wandel und Facebook diskutieren.

Wir stärkten unseren Teamgeist am Achensee auf den „Outdoor-Tagen“, bei denen wir gemeinsam den Berggipfel erklommen und zusammen hinunterrollten.

Wir haben uns gemeinsam mit dem Thema Europa und Brexit bei Moritz Weiß´ Seminar ausgetauscht und stehen gemeinsam für Europa ein.

Wir lernten nicht nur, wie man ein Unternehmen führen kann, sondern auch ein Orchester. Diese Erfahrung wird uns unser ganzes Leben lang begleiten, die wir mit Prof. Schulz und Prof. Nicolai und ihrem Orchester erfahren durften.

Wir versuchten bei Prof. Dr. Armin Nassehi unsere moderne Gesellschaft zu beschreiben und kamen zum Schluss, dass Komplexität als Problem und zugleich als Lösung fungieren kann.

Wir lernten wieder spannende und interessante Persönlichkeiten bei unseren Kaminabenden kennen, die uns Mut machten, uns in unserem Tun antrieben und ehrlich antworteten. Da war Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks, der auch über die Zukunft der Medien sprach. Da war Wolfgang Bernhard von der Daimler AG, der so offen wie kein anderer über seine Erfahrungen als Vorstand sprach und sich auf Augenhöhe mit den Studierenden begab. Oder Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler, der mit uns über die CSU und besonders über die aktuelle Flüchtlingspolitik diskutierte, die uns so interessierte.

Wir konnten bei unserem Firmenkontakttag Kontakte zu Unternehmen knüpfen, die uns Einblicke in ihre Arbeit gewährten und interessiert an unserem Werdegang waren.

Doch das Wichtigste: Wir konnten neben all den Seminaren, Kaminabenden und Ausflügen uns und unsere Mitstipendiaten kennen lernen – bei bunten Abenden, freien Abenstunden. Freundschaften schließen. Und das verbindet uns alle, auch später im Berufsleben – als Führungsposition oder als normaler Arbeiter.

 

Sarah Beham, 18. Jahrgang

Plötzlich Elite – gehöre ich dazu?

Und plötzlich kam dieser Brief. Von dieser EliteAkademie. Er hat mich zum Nachdenken gebracht, habe ich davor noch nichts über die EliteAkademie gewusst oder gehört. Ich habe recherchiert, habe mir Gedanken gemacht und bin zum Entschluss gekommen: Ja, ich will. Ich will mehr über diese EliteAkademie erfahren. Zunächst schreckte mich der Begriff „Elite“ ab – gehöre ich dazu? Bin ich dafür geeignet? Dann hat mich der Begriff neugierig gemacht. Für mich bedeutet er nicht eine Gruppe von reichen, prominenten Namen. Er hängt meiner Meinung nach mit Talent und Köpfchen, Fleiß und Zielstrebigkeit zusammen. Dadurch kann man etwas erreichen, auch aufsteigen, kann für seine Leistungen, sein Talent und seine Bemühungen belohnt werden. Elite hat deswegen mit Chancen und auch Gerechtigkeit zu tun. Liest man sich Artikel zu diesem Begriff durch, steht da meist: „Elite wird man nicht, Elite ist man“ (Welt, August 2015). Durch die EliteAkademie wird diese Aussage geschwächt. Geld und Name dürfen nicht Maßstab für Aufstiegschancen sein, Talent und auch soziales Engagement sollen geschätzt werden. Und genau das tut meiner Meinung nach die EliteAkademie. Das war der ausschlaggebende Punkt, mich bei der EliteAkademie zu bewerben – es war der ausschlaggebende Punkt für die meisten von hier, die sich sozial engagieren und etwas bewegen wollen und nun von der EliteAkademie dafür geschätzt werden.

„Was machst du diesen Sommer, wollen wir verreisen?“ – „Nein, ich kann leider nicht, ich bin bei einer Sommerakademie“. So in etwa haben alle 36 Stipendiaten des 18. Jahrgangs auf Fragen von Freunden oder Bekannten geantwortet. Nach dieser Phase bin ich davon überzeugt, dass wir zu dem Begriff „Elite“ stehen können. Dass wir in Zukunft antworten: „Ich bin bei der EliteAkademie. Und ich bin stolz darauf“. Denn das dürfen wir sein. Und wir wollen die EliteAkademie stolz machen, die uns bereits in den ersten vier Wochen Chancen ermöglicht hat, die wir sonst nicht bekommen hätten. Sie hat uns Türen zu neuen Denkweisen und auch spannenden Persönlichkeiten geöffnet, eine Tür in eine andere Welt geöffnet, die jetzt unsere Welt sein kann.

Eine Welt, die wir nicht mehr missen wollen. An einem dieser bunten Abende während der ersten Phase hat eine Gruppe ein „Singspiel“ vorgeführt und auch die gemeinsame Zeit zusammengefasst (angelehnt an Julia Engelmann):

 

Die Akademie hat viele zu einer Gemeinschaft gemacht,

hat die schönen Seiten des Wortes „Elite“ zum Vorschein gebracht.

 

So geht es am Anfang doch ziemlich schnell,

haben diskutiert, philosophiert, uns gegenseitig respektiert.

Wir haben uns bewiesen, uns durchgesetzt, miteinander auseinandergesetzt,

den eigenen Standpunkt im Leben umgesetzt – doch dabei nie verletzt.

 

Haben Gefallen gefunden an dem Gedanken „Wir“.

Das ist das Besondere an der Akademie hier.

 

Aber man kann sehen, dass nicht alle denselben Weg gehen.

Doch – das macht den Menschen aus, das gibt ihm eine Form

Es geht doch um den Einzelfall, viel mehr als um die Norm.

 

Es geht um die persönlichen Stärken eines jeden,

die zusammengetragen werden im Team und ein großartiges Ganzes ergeben.

 

Das Wir gewinnt und der Gedanke wird übernommen.

Bei gemeinsame Plänen, Visionen oder Präsentationen.

 

Doch auch das Ich darf dabei nicht untergehen –

wo wir wieder beim großartigen Einzelfall stehen.

 

Wir werden hier viel schreiben – doch das Beste wird unsere eigene Geschichte.

Und die macht uns keiner mehr zu Nichte.

 

Nicht nur die Menschen, die wir kennen lernen durften und mit denen wir täglich zu tun hatten, waren bunt und vielfältig. Auch das Programm war abwechslungsreich, das uns zu einer Gruppe zusammenschweißte und uns auf die Zukunft vorbereitete – von Seminaren über die Outdoor-Tage am Achensee bis hin zum Techniktag in Garching:

Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl lehrte uns den Unterschied zwischen Bar- und Kapitalwert. Die Sätze „Dein Schicksal ist mein Schicksal“ und „Wenn man nicht groß genug denkt, bleibt man klein“, prägte Thomas Sattelberger. Doch auch der Spaß – besonders der schwäbische Humor – durfte während der gesamten Phase nicht fehlen, was uns Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Ulrich Küpper mit auf den Weg gab: „Wie kommt dein Geld in meine Tasche?“ oder „Schnaps ist Schnaps und Arbeit ist Arbeit“. Nach der ersten Phase wissen wir auch durch Prof. Dr. Christoph Kaserer, was Pfandbriefe sind, wofür die Abkürzung „otc“ (over the counter) steht oder was es mit der Blackout-Period auf sich hat. Vor Präsentationen haben wir keine Scheu mehr – es kommt besonders auf den körpersprachlichen Ausdruck an, den Cornelia Gericke verinnerlicht hat. Wir müssen in Bildern sprechen, Pausen einhalten und Vertrauen schaffen – das macht ein Interview aus, wie Susanne Merkle mit uns trainierte. Dass es nicht immer Antworten auf alle Fragen gibt, das brachte uns Friedrich Wilhem Graf bei, dem besonders ein Satz am Herzen lag: „Je mehr der Mensch kann, desto mehr hat er Anlass dazu darüber nachzudenken, was er tun soll und was er nicht tun soll“. Und er regte und zum Nachdenken und Diskutieren an. Die goldene Regel, die er uns verriet, wird uns ein Leben lang begleiten: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“. In eine andere Richtung ging es mit Dr. phil. Wolfgang Zeitler, der es verstand, jeden für sich zu begeistern – denn: „Es darf keiner verloren gehen“. Seit diesem Seminar haben wir uns alle ein Zitatenheft zugelegt und denken dabei an ihn. Seit diesem Tag wird auch keiner von uns mehr leere Adjektive wie „toll, super, klasse“ verwenden. Herzlichen Dank an dieser Stelle! Doch reicht eine großartige Rede allein aus? Nein – es kommt auch auf den ersten Eindruck, auf das Auftreten und Aussehen an. Wie man sich bei Tisch richtig verhält, welcher Dresscode für welchen Anlass passend ist und ob die Weißwurst nun geschnitten oder gezuzelt werden darf – das erfuhren wir bei Clemens Graf von Hoyos. Am letzten Tag wurde uns auch der Unterschied zwischen Deontologischer und Teleologischer Ethik bei Prof. Dr. Philipp Schreck bewusst und auch Immanuel Kant blieb uns im Gedächtnis: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“.

Zum Schluss dieses Artikels und der ersten Phase bleiben nur noch folgende Sätze zu sagen (angelehnt an Julia Engelmann):

 

Packt die Dinge in Zukunft wie hier an – fragt nicht lange nach dem wann

Lasst uns künftig weiter Dopamin vergeuden,

uns an unsrer Arbeit erfreuen.

 

Lasst uns die gelernten Werte von hier nicht vergessen,

an denen auch die Glaubwürdigkeit von uns wird gemessen.

 

Es geht nicht um die Physik, sondern um die Phantasie

Und vor allem geht’s ums Was, viel mehr als um das Wie.

 

Es geht auch darum, dass wir uns kennen. Mehr als, dass wir mal einsam waren.

Und es geht nicht um das, was uns trennt, sondern um das, was wir gemeinsam haben.

 

Es geht nicht ums Gewinnen, sondern darum, dass du kämpfst,

es geht nicht um den Takt an sich, sondern darum, dass du danced.

 

Wir sind Elite – und müssen stolz darauf sein: „Elite“: Ehrgeizig, Leidenschaftlich, Interessiert, Teamfähig, Eifrig.