Projektarbeit des 9. Jahrgangs

Das Rahmenthema des 9. Jahrgangs lautet:

Vom innovativen Produkt zur eigenen Firma

„Die beste Forschung hat für den Wohlstand unseres Landes [...] nur geringe Bedeutung, wenn es uns nicht gelingt, sie wirtschaftlich nutzbar zu machen.“ (Prof. Dr. Peter Gruss; Präsident der Max-Planck-Gesellschaft)

Innovative Ideen und Produkte sind Gradmesser für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Industrienationen. In Wissensgesellschaften ist die Basis für Innovationen in zunehmendem Maße die wissenschaftliche Spitzenforschung, die in marktfähige und innovative Produkte umgezusetzt wird. Die Projektarbeit des 9. Jahrgangs „Vom innovativen Produkt zur eigenen Firma“ zeigte an konkreten Beispielen, dass auch in Deutschland innovative Unternehmen im universitären Umfeld gegründet werden können. Die interdisziplinär besetzten Projektgruppen arbeiteten mit unterschiedlichen Lehrstühlen und universitären Technologietransferzentren zusammen

Die Studentinnen und Studenten des 9. Jahrgangs bearbeiteten die folgenden Themen:

DesignLight & Design Therm

Unsere Geschäftsidee basiert auf einer neuen Verarbeitungsmethode für Leucht- und Thermofolien, die für ein effektvolles Design von Licht- und Wärmeelementen genutzt werden soll. Bei   dieser   Methode   wird   einerseits   lichtdurchlässiges   Verbundmaterial   mit   einem elektrolumineszierenden Leuchtmittel  kombiniert:  DesignLight.  Eine Modifikation der  Folie kann andererseits als Wärmequelle in Verbundmaterial eingearbeitet werden: DesignTherm.  Der Kundennutzen besteht   in  innovativen Produkten mit  völlig neuartigem Design.  Leuchtende Möbel,  moderne  Wärmeelemente   und   effektvolle  Dekorationen   sollen   unseren Privatkunden  ein Gefühl von Exklusivität und Wohlbefinden vermitteln. Unsere Geschäftskunden erhalten durch den Erwerb unserer Innovationen ein Alleinstellungsmerkmal im Promotion- und Werbebereich. Darüber hinaus bietet sich ihnen die Möglichkeit, für ihre Gäste und Kunden ein einzigartiges  Ambiente zu schaffen.


LOCO – Der Friends-Locator

Durch das Internet und die Web-Communities sind sich Menschen heute näher als jemals zuvor – ohne dabei vor die Tür gehen zu müssen. Ob Facebook, StudiVZ, MySpace – das menschliche Bedürfnis, mit Freunden zu kommunizieren, hat sich in den letzten Jahren beträchtlich gesteigert. Loco erweitert den Community-Gedanken durch die Möglichkeit, Freunde und Bekannte immer und überall zu sehen und mit ihnen in Kontakt zu sein – und dies jederzeit kostenlos. Loco ist eine Handy-Applikation, welche über Handyortung die eigene Position und die Position von Freunden bestimmt. Mit Loco lassen sich per interaktiver Karte auf dem Handybildschirm viele wichtige lokale Informationen in der Nähe des Users abrufen – vom nächsten Geldautomaten bis hin zu Sehenswürdigkeiten und angesagten Shopping-Möglichkeiten. Loco bietet darüber hinaus, mit den eigenen Freunden jederzeit und überall vernetzt zu sein und den gegenseitigen Standort zu bestimmen. Über eine Freundesliste kann der Nutzer Freunde einladen, Einladungen annehmen und ganz individuell bestimmen, wer die eigene Position sehen darf und wer nicht. Will der Nutzer nicht mehr gesehen werden, so schaltet er sich „offline“ und alle Verbindungen zu den Freunden werden unterbrochen. Der Benutzer behält stets die volle Kontrolle über seine Privatsphäre.


Net Protect – electricity reliance worldwide

Die KSBE zielt darauf ab die Netzsicherheit der Energieversorgungsnetze zu erhöhen. Ein großes Problem bei einem Störfall im Netz (v.a. Kurzschluss) ist der starke Anstieg des Stromes. Dieser führt oft zu Schäden an der Infrastruktur (dem Netz, Transformatoren, etc. ), sofern nicht not-abgeschaltet wird, was wiederum zu einem großflächigen Stromausfall führt. Die KSBE wurde entwickelt um bei einem solchen Störfall den Stromanstieg zu „bremsen“ oder im besten Fall ganz zu verhindern. Auch der geringste Zeitgewinn ist für den Netzbetreiber wertvoll, denn in dieser Zeit kann man Netzlast umverteilen oder die Störung beheben und somit Schäden und Stromausfälle verhindern oder begrenzen. Ein Verhindern eines Lastabwurfes (=Stromausfall) lohnt sich besonders, da sich ein „wieder-ans-Netz-Gehen“ für die Netzbetreiber meist als sehr kompliziert und kostspielig gestaltet. Im normalen Betrieb wirkt die KSBE wie ein kleiner Widerstand (geringe Verluste, aber kaum Änderung im Netz) und soll idealerweise erst im Störfall wirksam werden.


Software für Stroke-Units

Der Schlaganfall (engl. „stroke“) gehört als Herz-Kreislauf-Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen. Das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung und zahlreiche weitere Faktoren werden dazu führen, dass die Anzahl an Herz-Kreislauf- Erkrankungen weiter zunimmt. Die Behandlung des Schlaganfalls erfolgt in den ersten Tagen in spezialisierten Abteilungen, sog. „Stroke-Units“. Die Versorgung der Patienten in diesen besonderen Einrichtungen ist zwar kostenintensiv, der therapeutische Nutzen aber bewiesen und die enorm hohen Tagessätze somit gerechtfertigt. In den Stroke-Units läuft eine weitgehend standardisierte, mehrtägige stationäre Therapie ab. Es wird eine Vielzahl an Untersuchungen, wie z.B. eine computertomographische Aufnahme des Schädels (CCT), Herzechokardiographie uvm. durchgeführt und regelmäßig viele Kreislauf- und Stoffwechselparameter kontrolliert. Während des Aufenthaltes entstehen somit eine Vielzahl patientenrelevanter Daten. Diese müssen verwaltet und archiviert werden. Dazu verwenden die einzelnen Kliniken derzeit höchst unterschiedliche IT-Systeme.


Adamas Layers – Schichten härter als Diamant

Unsere Gründungsidee „Adamas Layers - Schichten härter als Diamant“ geht von einer Technologie aus, die von drei Wissenschaftlern der Universität Bayreuth entwickelt wurde. Fr. Dubroviskaia, Hr. Dubrovinsky und Hr. Langenhorst halten ein Patent zur Herstellung von „Aggregated Diamond Nanorods“ (ADNRs). Dieses Material auf Kohlenstoffbasis besitzt herausragende technische Eigenschaften, was Härte, thermische Stabilität und Kompressibilität betrifft. In diesen Eigenschaften übertreffen die ADNRs bisherigen herkömmlichen, synthetischen Diamant, der heute in verschiedenen industriellen Bereichen weitgreifende Anwendung findet.


Ethaflex GmbH – Schnaps im Tank

Das vorliegende Projekt befasst sich mit der Umrüstung von Kleinbrennereien auf die Herstellung von Bioethanol aus Legninzellulose. Bisher wird Bioethanol hauptsächlich aus Kartoffeln, Getreide (vor allem Weizen) und Zuckerrüben hergestellt. Der Nachteil dieser Rohstoffe ist ihr hoher Einstandspreis. Außerdem sind die Anbaukapazitäten in Deutschland geografisch begrenzt. Die Projektidee gründet auf lignozellulosehaltigen Rohstoffen, die als Alternative zu den oben genannten konventionellen Rohstoffen zur Herstellung von Bioethanol genutzt werden können. Der große Vorteil dieser vielfältigen lignozellulosehaltigen Rohstoffe ist ihr niedriger Einstandspreis. Mögliche Beispiele sind Holz (Primärholz, Plantagenholz, Abfälle aus der Forstindustrie, Abfälle aus der holzverarbeitenden Industrie), zellulosehaltige Produkte, die in der Landwirtschaft anfallen (Stroh, Bagasse, Silage), Abfälle aus der Lebensmittelindustrie sowie häusliche Abfälle.


Discover Gene

Es soll ein Massenscreening auf „Faktor-V-Leiden-Mutation“ als Dienstleistung angeboten werden, um somit v.a. Risikogruppen wie Langstrecken- und Vielfliegern, Frauen mit oralen Kontrazeptiva und Rauchern mit einem günstigen und schnellen Test zu versorgen. Dadurch kann das Risiko einer Thrombose erkannt und mittels der obig erläuterten Medikation erheblich gesenkt werden. Eine derartige Geschäftsidee, die auf ein Massenscreening in der breiten Bevölkerung abzielt, existiert am derzeitigen Markt nach unseren Informationen noch nicht.


SUNDurst Systems

Wegen der zunehmenden Verknappung fossiler Brennstoffe kommt der Nutzung erneuerbarer Energiequellen eine immer größere Bedeutung zu. Eine tragende Rolle spielen hierbei die Solar- und Photovoltaiktechnologien, obwohl diese in ihrer heutigen Form ohne staatliche Beihilfen noch nicht wettbewerbsfähig sind. Ziel einer nachhaltigen Energiepolitik sollte es demnach sein deren Effizienzgrad zu erhöhen. An diesem Punkt setzt das Verfahren von SUNDurst Systems an.  Durch die Integration von Solar und Photovoltaikanlagen, die derzeit getrennt voneinander zur Erzeugung von Warmwasser und Solarstrom genutzt werden, können wir diesem Effizienzproblem begegnen.

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