Michael Sokolov 13. Jahrgang

Wenn man anfängt, sich mit der BEA zu beschäftigen, dann treten viele Fragen auf. Ich möchte einige von ihnen anhand meiner eigenen Erfahrungen erläutern…

Zunächst zu mir: Ich wurde in Moskau geboren und bin hauptsächlich in der Nähe von Mannheim aufgewachsen – ich habe also gar keine bayerischen Wurzeln. Ich befinde mich im letzten Mastersemester meines Chemie-Ingenieurwesenstudiums an der TU München. Neben dem Studium war Sport, Familie und Freunde, außerfachliche Bildung, Reisen und Kunst für mich stets von großer Bedeutung.

Wie viele andere Bewerber erhielt ich vom Prüfungsamt das Anschreiben mit der Einladung, mich zu bewerben. Bis auf das Gutachtergespräch mit einem BEA Vertrauensdozenten, das bis kurz vor Weihnachten geführt werden soll, war die erste Bewerbungsphase eher unkompliziert. Bei einer Infoveranstaltung mit Vertretern des vorherigen Jahrgangs erhielt ich einen ersten Einblick in das Programm der Bayerischen EliteAkdemie. Die Tatsache, dass es neben den vermittelten Inhalten und vielseitigen Erfahrungen insbesondere um die Menschen geht, konnte ich letztlich beim Assessment Center selbst erleben. In meinem Fall war dies ein zweitägiges Auswahlverfahren (- mittlerweile ist es auf einen halben Tag komprimiert) mit der Hälfte der potentiellen Kandidaten. Aus meiner Sicht war die Auswahlprozedur fordernder als diejenigen, die ich bei anderen Fördereinrichtungen kennengelernt habe. Ich empfand das Verfahren als sehr tiefgründig, intensiv und vielseitig. Dies schweißte selbstverständlich die Kandidaten zusammen und nachdem man sich gegenseitig kennengelernt hatte, war für mich deutlich, weshalb bei der BEA ein besonderer Augenmerk auf der Persönlichkeit liegt. Bereits beim Auswahlverfahren sind neue Freundschaften entstanden, die sich bis heute gehalten haben.

Ich hatte das Glück, aufgenommen worden zu sein, musste jedoch meinen Teilnahmebeginn aufgrund eines Laborpraktikums um ein Jahr verschieben. In diesem Jahr versuchte ich, einige Klausuren vorzuziehen, um während der Präsenzphase etwas flexibler zu sein. Die BEA stellt den Studenten aus meiner Sicht jedoch genug Möglichkeiten zur Verfügung, um die dortige Ausbildung und anderweitige Verpflichtungen während dieser Zeit in Einklang zu bringen.

Wenn ich mich an die Präsenzphasen zurückerinnere, dann kommen mir viele kleine, aber durchaus wegweisende Impulse in den Sinn. Die vielen Denkanstöße und den freien Austausch in dieser interdisziplinären, internationalen und durchweg positiven Atmosphäre habe ich als eine sehr prägende Zeit erlebt, bei der stets der Mensch und seine Persönlichkeit im Vordergrund standen.

Die Ausbildung umfasste viele Bereiche: methodisches Training für Präsentation, Interviews und Schreiben, konzeptionelles Lernen in den Gebieten Ökonomie, Psychologie und neue Technologien, Einblicke ins Unternehmertum und große bayerische Konzerne, Diskussionen rund um Ethik und Moral sowie Politik und Wirtschaft, interkulturelle Erlebnisse bei Auslandsreisen, spannende Kaminabendgespräche mit interessanten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft als auch ein sehr erlebnisreiches, von den Studenten selbst zusammengestelltes extrakurrikuläres Programm. Die neuen Impulse und die Nähe zu vielen akademischen und industriellen Einrichtungen forderten viele Studenten heraus, neue Möglichkeiten im Rahmen von Praktika, Zusatzstudien oder Arbeitsstellen auszuloten.

Auch die Projektarbeit bot die Chance, in einem interdisziplinären Team die eigenen Kompetenzen bei einem sozial ausgerichteten Projekt anzuwenden und zu erweitern. Mit meiner Projektgruppe beschäftigten wir uns mit dem Wassermanagement in Afrika und erhielten einen vielseitigen Einblick in Entwicklungszusammenarbeitsprojekte.

Auch nach der Ausbildung ist der Kontakt zu der Institution BEA vorhanden. Neben den Treffen mit den Freunden, die man während der Zusatzausbildung gewinnen konnte, dienen zahlreiche Alumniveranstaltungen, Firmenevents und Stammtische dem regelmäßigen Kontakt, Netwerkaufbau und Austausch über die unvergessliche Zeit bei der Bayerischen EliteAkademie.

Trotz des zeitlichen Aufwands und der damit verbundenen Belastungen in Bezug auf das Studium und das Private, kann ich die Ausbildung bei der Bayerischen EliteAkademie wärmstens empfehlen. Während dieser Zeit werden den Studenten die Augen geöffnet für viele neue Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeit - beruflich und privat.

Persönlich habe ich mich verstärkt mit Wirtschaftsthemen befasst, habe ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung gemacht und ein zusätzliches Wirtschaftsstudium begonnen. Auch die internationale Komponente der Ausbildung und der Austausch mit anderen Studenten ermunterten viele Stipendiaten, den Weg ins Ausland zu suchen. Neben Studienaufenthalten in Kopenhagen, Zürich, Paris und Boston habe ich viele tolle Auslandsreisen mit anderen Studenten der BEA unternommen.

Am Liebesten erinnere ich mich an die vielen interessanten und vorbildhaften Menschen, die ich anderswo in so einer kurzen Zeit niemals kennengelernt hätte.